Lonis Orchideenforum

RE: Blattveränderungen

#2326 von Tanja , 08.06.2021 12:59

Zitat von jens im Beitrag #2317
Meine Pflanzen die in Spagnum sitzen trocknen problemlos wieder durch, getaucht werden sie auch!


Meine Abneigung gegen Spaghnum bezieht sich nicht auf reines Sphagnum sondern nur wenns es mein Substrat verwässert weil es nach dem gießen/tauchen eben klatschnass bleibt und nicht feucht.

Aber mal was anderes.
Ich habe Orchideen übernommen die aus einer Küche stammen in dem auch ab und an was gequalmt hat. Wie bekommt am schonend die Fett/ Rauchreste von den Blättern? Das klebt richtig fest. Kann ich die mit Spüli abreiben?


Tanja
Tanja
zuletzt bearbeitet 08.06.2021 13:00

RE: Blattveränderungen

#2327 von Coldcase , 08.06.2021 13:05

Ich würde das mit Spüliwasser versuchen , Tanja . Sollte eigentlich gut gehen .


Liebe Grüsse , Sylvia


Coldcase
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RE: Blattveränderungen

#2328 von Chemengel , 08.06.2021 18:54

Zitat von Grisu im Beitrag #2321
Zitat von Markus im Beitrag #2319
Wie schon anderswo geschrieben habe ich meinem Phals vor etwas über einem, die älteste seit zwei Jahren komplett in Moos stehen und halte sie dauerfeucht bei normalen Temperaturen von mindestens 20 Grad.Ich dünge äusserst selten, eher so alle paar Monate mal wenn ich daran denke. Bis jetzt wachsen alle Pflanzen sehr gut und setzen auch wieder seit teilweise blütenlosen Jahren neue Blüten an. Bis jetzt also ein klares Ja von mir zu Moos. Mir ist allerdings auch aufgefallen das man das Moos nach ca. einem Jahr wechseln sollte.
Das hatte mir @jens auch mal geraten da das Moos dann "umkippt". Das kann ich so auch bestätigen.


Ja genau. Wenn Du reines Spagnummoos verwendest und jedes Jahr erneuerst funktioniert das.
Nur Leon hat geschrieben, dass er Spagnummoos in Rinde mischt. Und Rinde will man ja nicht jedes Jahr umtopfen. Und genau dann macht das Spagnummoos, Probleme, weil es zu wasserhaltend wird. Ich vermute mal, dass es sich teilweise zersetzt und dann zusammenklumpt.

Klar willste das, ganz ehrlich lieber jedes Jahr als eins vergessen. Ich kontrolliere lieber einmal mehr den Topf als ein Jahr dann zu wenig. Das war eher ein Fehler den ich nicht mehr machen will. Aber ich habe bisher kein Problem mit leichter Moosuntermischung (und manchmal bildet sich das natürliche Moos wieder im Topf nach, deswegen muss man eh schauen). Nur ab 20-30% ist es dann kritischer, dafür kann man aber auch Perlite mit rein machen oder sowas. Aber ist einfach besser diese Orchis dann umzutopfen, wenn es dann nicht mehr schön ist. Ich habe oben drauf bei vielen Phals etc. eine Schicht Moos, gar kein Problem, die dunklen Stellen sind eher von zu hartem Wasser/Dünger. Man sollte eben nicht warten bis das Moos sich verdichtet oder "gammelt" (...Algen und deren Ausscheidungen sind auch nicht so toll für Wurzeln...).

So das geht jetzt aber eindeutig in Richtung Substratdiskussion, das sollte dann lieber weiter im derweiligen Thread diskutiert werden. Die Wurzeln da sehen für mich ganz normal aus, btw.


Besten Gruß,

Julia


Chemengel
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RE: Mosaikvirus

#2329 von LaoLu , 09.06.2021 09:41

Könnt Ihr mir bestätigen, daß es sich hier um eine Infektion mit dem Mosaikvirus handelt? Die einzige Behandlungsmethode, welche ich im WEB gefunden habe ist die Hausmülltonne. Oder kennt einer von Euch eine effektive Behandlungsmethode?



Gruß
Uwe


LaoLu
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RE:Blattveränderungen

#2330 von Jasmina , 09.06.2021 21:19

@LaoLu
Uwe, den Betreff im Thread darf man nicht ändern.


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RE: RE:Blattveränderungen

#2331 von Leo H. , 09.06.2021 21:49

Ohne Test ist es schwierig bis unmöglich sicher ein Virus zu diagnostizieren.

Aber wenn du mich fragst, würde ich die Pflanze strikt und auch räumlich zu isolieren (auf getrenntes Wässern und hgyienisches Arbeiten zu achten reicht nicht, weil stechende I sekten es Verbreiten können) und abwarten. Nicht jeder Fleck ist gleich ein Virus. Wenn es es jedoch beginnt in komischen Mustern zu wachsen bzw. sich schnell verbreitet, musst du deine Pflanze wahrscheinlich der Tonne anvertrauen. Dann ist es nämlich nichts mechanisches, sondern eine Infektion.

Einfach ins blaue gegen Pilze zu behandeln halte ich für nicht zielführend, denn wenn es kein Pilz ist, der die Infektion verursacht war das Geld umsonst, wurde umsonst ein Gift in die Umwelt eingebracht und werden ggf. Resistenzen bei gemeinen Pilzen hervorgerufen.

Antibiotika benutzt man bei Orchideen bzw. Pflanzen allgemein nicht, weil man so multiresistente humanpathogene Erreger erschaffen kann.

Gegen Viren gibt es keine zugelassenen Mittel so weit ich weiß. Es gibt Leute, die auf Scharbockskrautsaft setzen. Der ist auch begrenzt Viruzid (und zwar selektiv, er greift gesunde pflanzliche Zellen nur gering an; die Anwendung gegen Viruswarzen ist bekannt), aber es gibt zu Pflanzenviren keine Studien. Es ist nach meiner Recherche nichtmal geklärt, ob die Antivirale Substanz in die Pflanze aufgenommen wird und ob sie gegen unbehüllte Viren wirkt. Allerdings besteht hier auch noch großes Forschungspotenzial. Bevor du jetzt aber diese Pflanze auf gut Glück anwendest musst du dir im Klaren sein, dass sie giftig ist und reizend wirkt. Einen Sprühnebel dürfte man zum Beispiel unter keinen Umständen einatmen oder in die Augen bekommen (da gibt es zwar keine Studien zu aber das sollte einem der gesunde Menschenverstand sagen) und die Orchidee wäre daraufhin erstmal in einer hautreizenden Substanz eingehüllt, bei der ich nicht weiß wie lange sie braucht um inaktiv zu werden um nur ein paar Gefahren zu nennen. Aufgrund der möglichen Risiken rate ich dir also dringend davon ab, dies zu versuchen!


Liebe Grüße,

Leo


Leo H.
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RE: RE:Blattveränderungen

#2332 von Phil , 09.06.2021 21:54

Gute Fotos zu den vielen Virosen bei Orchideen findet man auf der Seite von Hark:
https://www.hark-orchideen.de/orchideen-krankheiten/

Viren lassen sich nicht behandeln. Ich würde die Flecken beobachten und ab einem bestimmten Stadium die Pflanze entsorgen.


Phil
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RE: RE:Blattveränderungen

#2333 von Phil , 09.06.2021 22:17

Bilder zu Rhabdoviren auch bei uns:
Rhabdovirus (3)

Rhabdoviren ist eigentlich nicht richtig, Rhabdoviridae ist die Famile und bei den Orchideen ist es das Orchid fleck dichorhavirus welches durch Brevipalpus californicus (falsche Spinnmilbe) übertragen wird.

https://link.springer.com/article/10.1007/s00705-013-1834-0

Ich muss gestehen, dass ich über die Jahre vor Viren einiges an Respekt bekommen habe und Pflanzen in der Regel schnell aus der Sammlung entferne die Anzeichen zeigen. Auch wenn es weh tut, es rächt sich zu spät zu handeln. Neue Pflanzen konsequent zu isolieren (Quarantäne) und prophylaktisch gegen Vektoren (Saugende Insekten/Spinnentiere) zu behandeln sollte die Regel sein um die eigene Sammlung möglichst gut zu schützen.
Lieber eine gesunde Sammlung, als eine um die man ständig Angst haben muss.

Eine sehr ähnliche Erfahrung mache ich gerade bei meinen Schwertlilien (Iris). Dort handelt es ich um das Iris Mosaic Virus das in einer milden und schweren Form auftritt. Sie gehören zur großen Familie der Potyviridae, Genus Potyvirus, manche aus dieser Familie befallen auch Orchideen. Hier musste ich schon einiges entsorgen und es wird wohl noch etwas folgen müssen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Potyviridae
https://de.wikipedia.org/wiki/Potyvirus


Phil
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RE: RE:Blattveränderungen

#2334 von Phil , 09.06.2021 22:58

Hat jemand Erfahrungen mit Reklamationen bei Händlern bezüglich Virenbefall?


Phil
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RE: RE:Blattveränderungen

#2335 von Tanja , 10.06.2021 01:09

Vor lauter Virus bin ich wahrscheinlich schon paranoid, meint ihr die Pflanze ist krank oder verliert sie nur ihr unterstes Blatt? Es sieht ein bisschen fleckig aus. Aber wenn sie einen Virus hätte wäre nicht nur ein Blatt betroffen, oder?


Tanja
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RE: RE:Blattveränderungen

#2336 von LaoLu , 10.06.2021 08:25

Wie ich gelesen habe, greifen Viren auch die Blüten an. Scheint bei Deiner nicht der Fall zu sein. Die Blätter meines Virenopfers sehen weitaus tyüischer aus.

Übrigens, ich war bisher auch recht leichtfertig Blattveränderungen gegenüber. Man muß vermutlich erst mal einen Schaden haben, ehe man vorsichtiger wird. Inzwischen denke ich, besser etwas paranoid als einen großflächigen Befall.

Gruß
Uwe


LaoLu
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RE: RE:Blattveränderungen

#2337 von Phil , 10.06.2021 09:26

@Tanja
Mir würden die kreisförmigen Flecken auf dem neuen Blatt mehr sorgen machen.

Auswirkungen der Viren auf die Blüten werden meiner Meinung nach völlig überbewertet und hier leider immer wieder als Argument dafür angebracht, dass es vielleicht doch kein Virus ist. Ich denke, dass man das sehr oft nicht sieht.


Phil
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RE: RE:Blattveränderungen

#2338 von Phil , 10.06.2021 09:28

Übrigens habe ich mir etwas überlegt. ELISA-Tests für Orchideen-Viren sind recht teuer und man muss sie aus den USA beziehen. Hinzu kommt, dass sie sich nicht sehr lange lagern lassen.

Meristemvermehrete Hybriden aus dem Baumarkt sind in der Regel virenfrei und kosten heute nur noch sehr wenig. Man kann so eine Pflanze nehmen, mit Pflanzensaft der zu testenden Pflanze transfizieren und abwarten ob sich die gleichen Merkmale einstellen. Dauert zwar länger aber bei 2-5 € Kosten für eine Baumarkt-phlopse echt billig.


Phil
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RE: RE:Blattveränderungen

#2339 von Steffi , 10.06.2021 09:58

Interessante Idee, Phil
Nur, wie kann man damit ausschließen, dass es ein Pilz ist? Der würde doch genauso übertragen werden wie ein Virus?


Liebe Grüße


Steffi
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RE: RE:Blattveränderungen

#2340 von Phil , 10.06.2021 10:41

Ein Pilz würde sich am ehesten lokal an der Infektionsstelle ausbreiten, Viren sind eher systemisch. Ich denke, dass Pilzerkrankungen an Blättern nicht so häufig sind und sie sehen auch in der Regel anders aus.


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