Lonis Orchideenforum

Angraecum aloifolium

#1 von Solanum , 27.05.2011 22:46

In diese Art habe ich mich vor 4 Jahren verliebt, als ich eine Pflanze im Botanischen Garten sah, so sah sie aus (entschuldigt die schlechten Handyfotos):





Seit einigen Wochen hab ich endlich auch 2 Exemplare aus einer Nachzucht von Junginger, die aber bedeutend kleiner sind Sie waren in Sphagnum getopft, ich hab einen Sämling so belassen und den zweiten aufgebunden. Weil die Blätter so sukkulent sind und die Art laut "Angraecoid Orchids" in trockenen, blattabwerfenden Wäldern wächst, hab ich beschlossen, beiden Pflanzen die volle Dosis Wärme und Licht zu geben und sie eher trocken zu halten.

Die getopfte Pflanze stand einige Wochen im Südfenster in der Sonne, mittlerweile auf einem Südbalkon ohne direkte Sonne, und wird ab und zu aufs Moos gesprüht oder getaucht. Mittlerweile hat sie 3 neue Wurzeln angesetzt und das Moos wird auch grün:



Die aufgebundene Pflanze hängt im Aqua ganz oben, also warm und hell, aber sie kriegt auch viel Luft, weil die Belüftungsöffnung genau darüber ist. Sie hat ihre Babywurzeln aufgegeben und auch 3 neue angesetzt, die wie Epiphytenwurzeln aussehen, nicht wie Nährbodenwurzeln



Jetzt heißt es geduldig sein!


Schöne Grüße,
Heike


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RE: Angraecum aloifolium

#2 von Solanum , 16.07.2011 17:16

Ein Update zu den Kleinen: Der Sämling im Aqua sieht so glücklich aus mit etlichen neuen Wurzeln und einem neuen Blatt, daß ich schon den anderen Sämling aus dem Moos holen und mit aufbinden wollte, aber dann hab ich gesehen, daß er auch ein neues Blatt kriegt. Also lasse ich erstmal alles so




Schöne Grüße,
Heike


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RE: Angraecum aloifolium

#3 von Harald , 16.07.2011 20:10

Hallo Heike,

ich hab mein aloifolium bis jetzt recht schattig an einem Ostfenster in 3. Reihe gehalten. Nachdem ich Deinen ersten Post wieder gelesen habe, überlege ich die Pflanze auch an das beschattete Südfenster zu stellen. Ein neues Herzblatt kommt bei mir aber trotzdem


Harald
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RE: Angraecum aloifolium

#4 von Martin , 16.07.2011 21:32

Ein neues Herzblatt kommt bei meinem auch, aber die Wurzeln sahen im Moos nicht gut aus. ich habe es jetzt in feines Rindensubstrat gesetzt im Mini-GWH. Wenn es aber weiterhin keine Wurzeln macht, werde ich aufbinden müssen.


Schöne Grüße,
Martin


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RE: Angraecum aloifolium

#5 von Garfield , 28.08.2011 17:34

Ich habe mir auch im Frühjahr bei einer Orchideenbörse von Junginger eines mitgenommen. War auch in Spagnum getopft und als sich sie aus dem Topf genommen habe waren dort jede Menge lange Wurzeln, nur leider waren die fast alle tot.

Habe das kleine Kerlchen dann in feiners Rindensubstrat gestellt, da ich davon auasgegangen bin daß das ggf eine Pflanze ist die es nicht dauerfeucht mag. Sie hat dann so vor sich hingekränkelt, die zwei untersten Blattpaare nach und nach geworfen, war ziemlich dehydriert, immer mal wieder Wurzelansätze von ein paar Millimetern geschoben aber nichts wirklich ernsthaftes ist dabei rausgekommen, die sind auch immer wieder weggetrocknet. Hab das kleine Kerlchen irgenwie schon abgeschrieben.

Dann kamen die letzten 2 Wochen. Sie hat in der Sonne gebraten bei gut über 30 Grad bis zum frühen Nachmittag, mit Dusche morgens und abends. Und siehe da, das hat beim Wurzelwachstum wirklich was bewirkt, die Wurzeln sind in der Zeit mehr geworden und erheblich weiter ins Substrat reingewachsen, die Blätter schauen prall aus.

Da man ja im Internet kaum Kulturanleitungen findet da die Art erst kurz in Kultur ist, mir scheint daß das eine Pflanze ist die es richtig knackig heiss mag bei voller Sonne mit häufiger Wässerung. Was mich bei Zimmerkultur natürlich bei unserem Klima etwas vor Probleme stellt. Auch stellt sich die Frage was für Winterbedingungen die Pflanze in ihrem natürlichen Habitat so hat und damit benötigt.


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zuletzt bearbeitet 28.08.2011 17:36

RE: Angraecum aloifolium

#6 von Martin , 28.08.2011 21:17

Ich habe meine jetzt nicht aufgebunden, sondern vor 10 Tagen oder so in lebendes Sphagnum gesetzt im 5l-Container mit der Methode von Mike (Phalifan). Wenn es stimmt, dass sie es so heiss brauchen, wäre das ja genau richtig. Mal abwarten. Aufbinden war mir zu risikohaft, da ich kein Terra habe und meine Aufgebundenen mit der normalen trockenen Zimmerluft zurecht kommen müssen. Falls es mit der lebenden Sphagnum-Methode aber nicht funktioniert, werde ich das ausprobieren (müssen).


Schöne Grüße,
Martin


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RE: Angraecum aloifolium

#7 von Garfield , 28.08.2011 22:20

Ah, wäre interessant zu erfahren ob sie in Spagnum gut wächst. ich hatte meine ja in Spagnum gekauft und da waren so gut wie alle Wurzeln tot. ich berichte auch wie es mit meiner weitergeht, nachdem sich die Klimabedingungen bei mir wohl weiterhin nicht so aloifolium freundlich entwickeln werden (wobei ich froh bin um Temperaturen deutlich unter 30 Grad.)

Es ist die Frage ob sie es heiss-dauerfeucht mag wie eine Phalaenopsis. Herr Junginger hat gesagt, die kommt nicht aus dem Regenwald sondern eher aus trockeneren Wäldern. Das steht auch bei Orchidspecies: Found in Madagascar in dry deciduous forests

Ich komme mit Spagnum nicht so klar, nicht mal die Phal JPs gehen da bei mir gut. Hatte 2 luedde red halbwüchsige in Spagnum der Wurzeltod hat sich mit dem Neuwuchs die Waage gehalten. Jetzt in Rinde explodieren sie förmlich.


Garfield
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RE: Angraecum aloifolium

#8 von Solanum , 28.08.2011 22:41

Dauerfeucht erscheint mir keine gute Idee, siehe hier (auf das Buch gehen vermutlich deine Infos auch zurück):

Zitat von Solanum
Weil die Blätter so sukkulent sind und die Art laut "Angraecoid Orchids" in trockenen, blattabwerfenden Wäldern wächst, hab ich beschlossen, beiden Pflanzen die volle Dosis Wärme und Licht zu geben und sie eher trocken zu halten.



Ich glaube, mein Sämling, den ich in Sphagnum gelassen hab, hat auch keine der alten Babywurzeln mehr, und ich kann nur hoffen, daß die neuen Epiphytenwurzeln überleben trotz des Wechsels von dauerfeucht zu dauertrocken... Mir erscheint die Art wie eine, die gern warm, hell und trocken wächst, und die dünnen Wurzeln mögen meiner Einschätzung nach keine dauerfeuchten Bedingungen, vielleicht mit etwas Moos auf einer Holzunterlage, aber nicht Sphagnum. Zur Anregung der Wurzelbildung sollte man, meine ich, lieber regelmäßig für Nässe sorgen, die dann aber auch schnell trocknet und wieder Luft an die Wurzeln läßt. Zumindest hat das bei meinem aufgebundenen Sämling super geklappt. Ich schätze, die Sphagnum-Kultur klappt bei Herrn Junginger gut, weil die GWH-Kultur anders funktioniert, er gießt vermutlich alle 2 Tage oder so und es trocknet trotzdem zwischendurch ab. Oder waren die Wurzeln bei deinem Sämling schon beim Kauf kaputt, Garfield?


Schöne Grüße,
Heike


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RE: Angraecum aloifolium

#9 von Martin , 28.08.2011 22:49

Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe von Herrn Junginger, waren die aloifoliums zum Verkaufszeitpunkt in Planegg erst vor kurzem ausgeflascht. Ob er sie jetzt aber nur zum Verkauf in Sphagnum gepackt hat oder auch selber so kultiviert, weiß ich nicht. Ich habe meine jetzt mal in lebendes Sphagnum gesteckt, weil es selbst bei hoffnungslosen Fällen von Phal-Sämlingen so wieder mit Wachstum geklappt hat. Aber das sind halt Phals und kein Angraecum. Ich werde mal beobachten, und wenn es weiterhin abwärts geht mit dem Pflänzchen, bleibt mir als letzte Hoffnung nur noch Aufbinden und tägliches Besprühen.


Schöne Grüße,
Martin


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RE: Angraecum aloifolium

#10 von Garfield , 28.08.2011 23:22

Zitat von Solanum
Dauerfeucht erscheint mir keine gute Idee, siehe hier (auf das Buch gehen vermutlich deine Infos auch zurück):


Oder waren die Wurzeln bei deinem Sämling schon beim Kauf kaputt, Garfield?



Die Wurzeln waren beim Kauf schon so gut wie vollständig kaputt, bis auf ein paar ganz oben, habe am selben Tag die Wurzeln besichtigt und neu getopft Aber die Pflanze war da nicht dehydriert, vermutlich da sie im GWH trotzdem genug Feuchtigkeit erhalten hat? Dann hat sie almälich die Blätter unten geworfen und angefangen eher mickrige, nur millimeterlange Wurzeln zu schieben die aber immer wieder eingegangen sind. Die letzten Wochen sind die Wurzeln explodiert, die sind zentimeterweit ins Substrat gewachsen und auch die Menge ist jetzt erheblich grösser. Versuche morgen mal ein Photo zu machen, das ist echt phänomenal für so ein Mickerkind.

Die equitans die ich da ebenfalls mitgenommen habe und die auch in Moos stand war übrigens völlig okay.



Herr Junginger hat gesagt, er hat den Standort in Madagaskar selbst gesehen und meinte auch daß dort abgeholzt und mit Strassenbau die Umwelt zerstört wird. Kann sein daß wir da bald eine in der Natur ausgestorbene Rarität als Zimmerpflanze zu kultivieren versuchen .


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RE: Angraecum aloifolium

#11 von Garfield , 28.08.2011 23:28

Zitat von Martin
Wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe von Herrn Junginger, waren die aloifoliums zum Verkaufszeitpunkt in Planegg erst vor kurzem ausgeflascht. Ich werde mal beobachten, und wenn es weiterhin abwärts geht mit dem Pflänzchen, bleibt mir als letzte Hoffnung nur noch Aufbinden und tägliches Besprühen.



Ah, okay, dann kann es sein, daß die ihre Geleewurzeln so oder so abgeworfen hätte in einem anderen Medium und daß das halt auch ein kritischer Übergang war....

Ich würde sie direkt unter die Beleuchtung hängen zwecks Wärme und Licht und häufig wässern. Hat bei meiner wahre Wunder gewirkt.


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zuletzt bearbeitet 28.08.2011 23:29

RE: Angraecum aloifolium

#12 von Martin , 13.09.2011 14:23

Zitat von Martin
Ich habe meine jetzt nicht aufgebunden, sondern vor 10 Tagen oder so in lebendes Sphagnum gesetzt im 5l-Container mit der Methode von Mike (Phalifan). Wenn es stimmt, dass sie es so heiss brauchen, wäre das ja genau richtig. Mal abwarten. Aufbinden war mir zu risikohaft, da ich kein Terra habe und meine Aufgebundenen mit der normalen trockenen Zimmerluft zurecht kommen müssen. Falls es mit der lebenden Sphagnum-Methode aber nicht funktioniert, werde ich das ausprobieren (müssen).



kurzes Update: In relativ kurzer Zeit haben sich jetzt im lebenden Sphagnum zwei neue Würzelchen gebildet. Das heißt natürlich nicht, dass das auf Dauer gut geht. Und irgendwann muss ich mir überlegen, ob ich sie aufgebunden oder im Topf kultiviere. Aber ich bin schon mal froh, dass sie sich wieder regt.


Schöne Grüße,
Martin


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RE: Angraecum aloifolium

#13 von Garfield , 14.09.2011 22:09

Ich habe mein Exemplar jetzt mal geknipst. Zu dem guten Wurzelwachstum, das man auf dem Foto auch sieht und das (ich habe vorsichtig aufgegraben) noch tiefer ins Substrat geht zeigt sich auch ein neues Blättchen. Freu...


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zuletzt bearbeitet 02.11.2015 13:46

RE: Angraecum aloifolium

#14 von Martin , 14.09.2011 22:15

Die Wurzeln sehen echt gut aus! Bei mir hatte sich im feinen Substrat im Mini-GWH ja nichts getan. Deine steht auf der Fensterbank ohne erhöhte Luftfeuchtigkeit? In welcher Himmelsrichtung?
Ich hoffe mal, dass sie im Moos einige gute Wurzeln macht, dann würde ich auch versuchen, sie wieder in Rindensubstrat umzugewöhnen, ich hoffe, das klappt. Sehr warme Temperaturen kann ich im Winter leider nicht bieten.


Schöne Grüße,
Martin


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zuletzt bearbeitet 14.09.2011

RE: Angraecum aloifolium

#15 von Garfield , 14.09.2011 22:31

Zitat von Martin
Die Wurzeln sehen echt gut aus! Bei mir hatte sich im feinen Substrat im Mini-GWH ja nichts getan. Deine steht auf der Fensterbank ohne erhöhte Luftfeuchtigkeit? In welcher Himmelsrichtung?



Das ist alles in den 3 Wochen Sonne und Hitze im August hingewachsen, davor sah sie wirklich traurig aus.

Ich hab Sonne von in der Früh bis ca 2 Uhr (wenn denn welche scheint). Sie steht mit ettlichen anderen Sachen in einer grossen Plastikschale aus dem Baumarkt mit nassem Seramis unten drin, unbeschattet.


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zuletzt bearbeitet 14.09.2011 22:41


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